Best-Practice bei der Entwicklung einer effektiven eLearning-Erfahrung

Der Fokus des Lernens verschiebt sich von Schulungen vor Ort oder im Klassenzimmer hin zu digitalem Lernen, was unweigerlich dafür sorgt, dass Lernerfahrungen anders sind, als die Menschen es gewöhnt sind. Die Flexibilität des Online-Lernens gibt Lernern mehr Freiheit und Verantwortung in Bezug auf ihre Studien. Häufig ist der Lehrer oder Trainer nicht vor Ort, wenn das Lernen stattfindet. Daher ist es ganz wesentlich, sicherzustellen, dass die Lernerfahrung motivierend, mitreißend und gut durchgeführt ist.

Tipps zum Erfolg

Wie Albert Einstein schon sagte, „Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist nur Information". Ihre Lernumgebung dient nicht nur zum Informationstransfer, sondern gibt dem Lerner ein Gefühl des Verstehens und ein Gefühl der Kontrolle. Unten stehend finden Sie fünf Tipps, die ich beim Entwurf einer digitalen Lernerfahrung empfehle.

1. Seien Sie klar und intuitiv

Die Menschen möchten nicht in einer vertrackten und unordentlichen Lernumgebung herumstochern oder damit Zeit verlieren. Daher sollte die Lernumgebung so konstruiert sein, dass der Lerner genau weiß, wo er als nächstes hin muss, je nachdem, was er oder sie eigentlich sucht. Einer der Vorteile des Online-Lernens ist die Flexibilität und Unabhängigkeit von Zeit und Raum. Vermeiden Sie es daher, ihren Lerner zur Bewältigung massiver eLearning-Lektionen zu zwingen. Teilen Sie statt dessen die Inhalte in kleinere Teile auf und bauen Sie Optionen für Pausen und späteres Fortsetzen ein. Überlegen Sie auch, ob sie die Lerner vorab darüber informieren, wie lange es dauern wird, um den Studienabschnitt abzuschließen und was die Lernziele jeder Lektion sind.

2. Motivieren und engagieren

Der Lerner wird schnell unaufmerksam, wenn das Lernmaterial nicht attraktiv ist. Eine Visualisierung wie durch Videos oder Bilder kann genutzt werden, um die wichtigsten Punkte zu unterstreichen und zu verdeutlichen, sowie um den Inhalt attraktiver zu gestalten. Dennoch werden ein hübscher visueller Stil und tolle Animationen das Interesse der Lerner nicht lange halten, wenn es der Inhalt selbst nicht schafft. Überlegen Sie, Fragen einzusetzen, sowie Szenarien zu entwickeln, die am echten Leben orientiert sind. Das macht es lohnend, Zeit in der Lernumgebung zu verbringen. Darüber hinaus sollten Sie eine Option für Feedback aktivieren und Lerner mit gutem Feedback und Zertifikaten für ihren Fortschritt und das Erreichen von Lernzielen belohnen.

3. Denken Sie an die Lerner

Denken Sie darüber nach, wie sie mit Lernern kommunizieren würden, wenn Sie in einem Klassenraum unterrichten oder schulen würden. Würden Sie viel Fachsprache verwenden und wissenschaftliche Fakten hervorheben, oder würden Sie Humor einsetzen, Fragen stellen und Geschichten erzählen? Denken Sie darüber nach, wie sie das Lernen ihrer Zielgruppe maximieren können. Wie sind diese Lerner? Welche Art von Material oder Aufgaben finden sie nützlich? Ein Softwareentwickler zum Beispiel, der in eine Umgebung kommt, um etwas über eine neue Plattform oder Technologie zu lernen, erwartet, dass er einen grundlegenden Einblick erhält, möchte aber gleichzeitig die Technologie so rasch wie möglich einsetzen. Andererseits müssen in einigen Organisationen eventuell alle Mitarbeiter über bestimmte Regelungen in der Branche informiert sein. In diesem Falle könnte der Einsatz von Fragen als Test, ob die neuen Regelungen richtig verstanden wurden, den Lernprozess verbessern. Denken Sie daran, dass auch dann, wenn Menschen verpflichtet sind, eine Lernumgebung aufgrund von Compliance-Anforderungen oder um ihren Jahresbonus zu erhalten aufzusuchen, sie dennoch erwarten, etwas zu lernen.

4. Personalisieren

Verschiedene Menschen haben unterschiedliche Lernbedürfnisse. Denken Sie daher über die Entwicklung von Lernpfaden nach, bei denen die Benutzer entscheiden können, welche Studien sie beenden möchten. Sie können darüber hinaus mehr als einen Weg anbieten, um die Lernziele zu erreichen. Lerner sollten in der Lage sein, dasselbe Endergebnis durch Lesen eines Dokuments oder durch Einreichen einer Aufgabe zum gleichen Thema zu erzielen. Dies ist auch eine gute Methode, Menschen dabei zu unterstützen und zu ermutigen, dass sie darüber nachdenken, wie sie eigentlich lernen, da manche Menschen beispielsweise das Lesen dem Zuhören vorziehen. Es ist auch eine gute Idee, die Lerner wählen zu lassen, wie sie lernen möchten. Einige Lerner sind vielleicht daran interessiert, tiefer in die Materie einzudringen, und einige möchten sich erst testen.

5. Nachverfolgbares Lernen

Lerner bekommen gerne Feedback zu ihren Handlungen und Anstrengungen in der Lernumgebung. Lernnachweisstandards wie Experience API (xAPI) und Learning Record Store (LRS) können dazu verwendet werden, die Aktivitäten der Nutzer in der Lernumgebung zu verfolgen. So können Feedback und Belohnungen nicht nur für die richtigen Antworten gegeben, sondern auch für aktive Teilnahme, das Kommentieren in Diskussionen oder sogar für Beiträge zum Lernmaterial selbst. Darüber hinaus kann die xAPI-Information dazu verwendet werden, Lehrer und Lerndesigner von einer manuellen Überprüfung dessen, was der einzelne erledigt hat, zu entlasten und ihnen bei der Verbesserung des Materials und der Kurse helfen.

Zusammenfassung

Wenn all diese Punkte im Vergleich zum herkömmlichen Lehren im Klassenzimmer betrachtet werden, so kann man sehen, dass das Online-Lernen gar nicht so anders ist. Dies sind die gleichen Prinzipien, die bei der Entwicklung von Kursen und Lernsituationen einbezogen werden sollten. Daher kann die Digitalisierung als eine Chance für Organisationen angesehen werden, wenn sie Flexibilität und Einsparungen bietet, wobei die Menschen ihre produktivste und günstigste Lernzeit selbst festlegen können.

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