• März 11, 2015

Die Schwierigkeit der Definition des Internet der Dinge (IoT)

Es wurde in letzter Zeit viel über zwei miteinander verbundene Hypes gesagt und geschrieben: Das Internet der Dinge (IoT) und das industrielle Internet. Aufgrund der schriftlichen Online-Aussagen kann man zu dem Schluss kommen, dass fast jeder mobile App- oder Maschinendatenerfassungsservice als IoT betrachtet werden kann. Servicemodelle, die bis in die 1990er Jahre zurückreichen, wie beispielsweise Wartung auf der Basis eines Flottenmanagements, werden plötzlich als IoT präsentiert. Jede Fernüberwachungslösung mit mobilem Zugang wird als industrielles Internet bezeichnet. Oder noch besser, die Zeitungen berichteten über Firmen, die in „industrielle Internetgeschäfte" investieren. Was allen IoT-Definitionen gemeinsam zu sein scheint, ist die Maschine-zu-Maschine-orientierte Mentalität - und überraschenderweise fast kein Hinweis auf neue Dienstleistungen für Menschen.

Ist IoT nur ein Hype?

Es ist schwierig, IoT oder industrielles Internet zu definieren. Ich nehme an, dass es sehr wenige Menschen gibt, die sich in diesem Feld wirklich auskennen. Es scheint jedoch intuitiv offensichtlich, dass das IoT oder andere große Digitalisierungstrends keinesfalls leere Hypes sind. Die Dinge ändern sich tatsächlich, und wir haben bereits sowohl positive wie negative Möglichkeiten zur Erfassung und Nutzung einer Datenmenge gesehen. Der springende Punkt ist, dass es schwieriger ist, die Daten auf positive Weise zu nutzen, als sie zu erfassen.

Untenstehend finden Sie zwei Artikel, die meiner Meinung nach vernünftige Visionen für die praktischen Auswirkungen des IoT darstellen:

1. Anu Kankainen hat fundierte Argumente dafür geliefert, dass Menschen ein Teil des industriellen Internet sind. Sie hat einen wertvollen Hinweis darauf geliefert, dass es sich bei dem IoT nicht nur um Maschine-zu-Maschine-Lösungen handelt.

2. Timo Seppälä, Jari Collin und Olli Martikainen beschreiben überzeugend den Übergang der Firmen hin zu einer offenen IT-Architektur sowie deren Perspektivwechsel von internen zu kollaborativen Abläufen (auf Finnisch).

Die einfachen Regeln des IoT

Die Digitalisierung kann uns dabei helfen, Datenmengen zu erfassen. Durch Analyse, Verarbeitung und Austausch der Daten ist es möglich, wertvolle Informationen aufzufinden und zu erstellen. Es ist unwahrscheinlich, dass der Informationswert vordefiniert sein kann. Im Gegenteil, wiederholte Analysen und Neuanalysen, Service-Prototyping, Probeläufe und Fehler und so weiter gehören zwingend dazu. Nach einer Reihe von Versuchen kann man ggf. Wissen erwerben oder sogar ein neues Geschäft entwickeln. Aber niemand stellt das fertig zur Verfügung als Out-of-the-Box-Lösung.

Ich möchte diesen Post mit meiner einfachen Regelliste für das IoT beenden.

Unbedingt tun:

  • Sich daran erinnern, dass es ziemlich einfach ist, Daten zu erfassen, aber schwieriger, diese zu nutzen. Daher investiere mehr in den Nutzungsteil als in den Erfassungsteil.
  • Denke immer daran, die menschliche Perspektive nicht zu verlieren und entwickle Dienstleistungen für einzelne Menschen.
  • Vom technischen Standpunkt aus entwickle offene Architekturen und nutze Standardtechnologien wo immer möglich.

Keinesfalls tun:

  • Versuche, keine Optionen durch Einschränkung von Technologien oder Richtlinien auszuschließen.
  • Richte nicht zu viel Aufmerksamkeit auf die Datenerfassung.
  • Denk nicht, dass es sich bei IoT nur um Maschine-zu-Maschine-Kommunikation handelt.

Wenn dir außerdem Beratungsservice angeboten wird, um deine IoT-Geschäftsstrategie zu präzisieren, dann kauf nicht, bevor du den Berater gebeten hast, dir zu erklären, was das IoT (oder auch industrielles Internet oder Big Data) ist. Wenn du nur eine vorformulierte Antwort erhältst, denk nochmal drüber nach.

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