• Digitaler Arbeitsplatz
  • 18. Januar 2021

Mobiles Lernen ist unverzichtbar für die beste Lernerfahrung

Die flexible Nutzung von Technologien ist in der heutigen Zeit nicht mehr nur auf den privaten Bereich beschränkt. Die Zeiten, in denen man ins Büro fuhr und 8 Stunden am selben Platz an einem festen Computer saß, sind in internationalen Unternehmen längst Geschichte. Man verwendet Laptops, Smartphones, Tablets und andere Geräte, um sämtliche Arbeitsmaterialien sowie Zugänge zu internen Systemen zu jederzeit überall verfügbar zu haben. Meetings, Geschäftsreisen und Schulungen sind inzwischen in die Arbeitswoche integriert.

Es gibt allerdings noch immer eine große Diskrepanz zwischen den technologischen Möglichkeiten und der Realität in vielen Unternehmen. Remote Work, mobiler Zugriff auf Daten und selbst die Nutzung von Laptops sind in vielen Unternehmen noch kein Standard. Zumindest war es so.

Dann kam COVID.

Unternehmen mussten im erzwungenen Schnelldurchgang ihre Mitarbeiter auf Remote Work umstellen, interne Systeme für Zugriff von außen öffnen und die erforderliche Flexibilität irgendwie ermöglichen. Mehrere Schritte der Digitalisierung, die ansonsten Jahre gedauert hätten, wurden notgedrungen innerhalb weniger Wochen umgesetzt. Insbesondere wenn keine entsprechenden Geräte verfügbar waren, mussten Mitarbeiter temporär ihre privaten PCs und Smartphones verwenden. Familien waren gezwungen, weitere Geräte anzuschaffen, um Heimarbeit und Schule für die Kinder simultan zu ermöglichen.

Mobil ist schon seit einer Weile auf dem Vormarsch

Der Trend, Smartphones und mobile Geräte für die Arbeit zu nutzen, ist jedoch nicht erst in 2020 entstanden. Bereits 2016 wurde von 87% der Unternehmen erwartet, dass Mitarbeiter ihre privaten Geräte für Arbeitszwecke nutzten.

Im selben Jahr begannen auch viele Serviceanbieter, ihre Dienste, Software und auch Zugang zu internen Systemen über Apps verfügbar zu machen. So wurden immer mehr Arbeitsprozesse auch vom persönlichen Mobilgerät aus umsetzbar. Das ist insbesondere für leitende oder all jene Mitarbeiter besonders nützlich, die viel auf Reisen sind oder regelmäßig den Arbeitsplatz wechseln.

Bedenkt man die Veränderung des Verhaltens im Laufe der Generationen, ist es gerade für Personen unter 35 Jahren ganz normal, ihre täglichen Aufgaben wenn möglich über das Smartphone zu erledigen. Sei es das Checken von E-Mails, Webrecherche oder sogar Banking, viele Menschen haben ihr ganzes Leben auf dem Handy abgespeichert und immer mit dabei.

Eine Studie von code aus UK 2019 zeigte, dass, je nach Altersgruppe, der durchschnittliche Smartphonebesitzer bis zu 4 Stunden am Tag an seinem Gerät verbringt, wobei die Altersgruppe von 16 - 24 und speziell Frauen dabei am weitesten oben stehen. Das entspricht zwischen 50 und 60 Tagen im Jahr, die wir am Handy verbringen. Bedenkt man diese Zahlen, ist es eine logische Folge, auch die Arbeit immer mehr in diese Richtung zu verlagern.

Für Anbieter von Software ist es in der heutigen Zeit Standard, ein Produkt automatisch auch als mobile App anzubieten. In den meisten Fällen ist diese kostenfrei und kann über Anmeldedaten genutzt werden. So ist es uns möglich, ihre Dienste orts- und zeitunabhängig in Anspruch zu nehmen und zu verwenden. Mit modernen Cloudlösungen genügt eine Internetverbindung, um auf sämtliche Daten zuzugreifen, die dort abgespeichert sind. Dabei ist die Datensicherheit ein ständiges Thema, dem durch teilweise täglich aktualisierte Schutzvorkehrungen und Überprüfungen Rechnung getragen wird.

Schaut man sich die Zahlen an, ist die Internetnutzung des mobilen Netzes im Vergleich zur Desktopnutzung seit 2009 so stark angestiegen, dass sie in 2019 erstmals mehr als die Hälfte der weltweiten Nutzung ausmachte. Auch die Anzahl der aufgerufenen Webseiten und gesterteten Suchmaschinenanfragen war in 2019 erstmals mobil dominiert.

Mobile Usage Stats

Was bedeutet das für die Inhaltserstellung und Lernen?

Bedenkt man diesen Trend, werden nicht nur mobile Versionen von Webseiten immer wichtiger, sondern auch sämtliche Formen von Software werden bevorzugt immer häufiger über Mobilgeräte genutzt.

Das schafft eine wesentlich größere Gestaltungs- und Formatvariation, da idealerweise möglichst viele Inhalte und Funktionalitäten so erstellt werden sollten, dass sie auf Dsktop, Tablet und Smartphone nutzbar sind und auch optisch ansprechend bleiben. Immer mehr Anbieter und Webseitenbetreiber legen inzwischen sogar den Hauptfokus auf das Smartphone. Aus Sicht des Endverbrauchers und auch für immer mehr Arbeitnehmer wird es zunehmend selbstverständlich, dass sie sämtliche Tools und Systeme auch über ein Mobilgerät nutzen können.

Dieser Trend ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass es nicht länger als positiv betrachtet wird, eine mobile App anzubieten, sondern vielmehr negatives Feedback nach sich zieht, wenn keine App vorhanden ist oder diese kein gutes Nutzererlebnis bietet.

Diese Entwicklungen sind im Grunde allgemeingültig und es gibt nur noch wenige Bereiche, die nicht in mobiler Form erwartet werden. Das gilt auch für Lernen und Entwicklung. Die Marktführer des Lernens machen es vor: Man nutzt die technischen Möglichkeiten des Smartphones, Push-Mitteilungen, Erinnerungen, Cloudspeicher, um wesentlich interaktiver mit dem Lerner zu interagieren.

Nimmt man Duolingo als Beispiel, ist die Tendenz, eine neue Sprache zu lernen, spürbar angestiegen, weil die Hemmschwelle stark gesunken ist, indem man daraus eine Art Spiel gemacht hat. Man lernt in Microlearning-Manier in kleinen Häppchen, wann immer die Zeit dafür da ist. Die App erinnert regelmäßig daran, eine Übung zu absolvieren und nutzt verschiedene Tools wie Punktzahlen und Abzeichen als zusätzliche Gamification-Anreize.

Es stellt sich also die Frage, wieso das nicht auch beim betrieblichen Lernen längst an der Tagesordnung ist? Es besteht noch immer die Annahme in den Köpfen vieler Inhaltsersteller und Manager, dass “übliche” digitale Inhalte und mobile Inhalte zwei voneinander getrennte Dinge sind. Tatsächlich existiert jedoch keine Trennlinie, bzw. sollte dies nicht der Fall sein. Jeglicher Inhalt, und dazu zählen auch Lerninhalte, sollte idealerweise von jedem Endgerät aus erreichbar und ohne Einschränkungen nutzbar sein. Nur dann hat man ein nahtloses Lernerlebnis ohne örtliche oder zeitliche Beschränkungen.

Valamis Lesson Studio Mobile

Die Erstellung von Lerninhalten speziell für Mobilgeräte hat besondere Voraussetzungen in Entwicklung und Design, kann jedoch, je nach Themenfeld, durchaus sinnvoll sein. Insgesamt ist es allerdings nachhaltig, sämtliche vorhandenen Inhalte nach Möglichkeit für mehrere Bildschirmgrößen zu optimieren. Wenn man die oben genannten Trends betrachtet, dürfte sich das Smartphone auch weiterhin immer stärker gegen Desktopcomputer behaupten, wodurch sich die Anforderungen an Lerninhalte ebenfalls immer stärker in diese Richtung verschieben.

Viele LMS-Anbieter haben im Bereich mobiler Lösungen noch einige Schwächen - insbesondere wenn es um Daten geht. Welche Inhalte wurden mobil konsumiert? Welche waren problematisch, zu schwer oder wurden nicht angenommen? Mittels xAPI und einem Learning Record Store können auch mobile Inhalte problemlos synchronisiert und bei der Datenanalyse berücksichtigt werden. Unsere eigene Valamis Mobile App nutzt diese Technologie nativ und bietet die Möglichkeit, Lerner dort abzuholen, wo sie gerade sind.

Fazit

Während viele Unternehmen selbst heute noch damit kämpfen, ihre Inhalte zu digitalisieren und mit den Herausforderungen von Remote Work umzugehen, erwarten immer mehr Arbeitnehmer, Lerninhalte mobil nutzen zu können. Insbesondere mit Microlearning erreicht man auf diese Weise weit mehr Mitarbeiter, da auch Dienstreisende und Vielbeschäftigte nicht mehr auf Lernen verzichten müssen. Die Zukunft ist mobil, sowohl privat als auch beruflich. Wer sich hier also bereits heute darauf vorbereitet, hat einen deutlichen Wettbewerbsvorteil - auch in Zukunft.

Über den Experten

Kevin Groh, Marketing Specialist, Deutschland

Kevin Groh

Marketing Specialist, Deutschland

+49 (0) 611 532 88 680

Kevin ist ein deutscher Autor und Marketingspezialist mit elektrotechnischem Hintergrund. Als ausgebildeter Industriekaufmann wechselte Kevin während seines Studiums zum Wirtschaftsingenieur sehr schnell ins Marketing. Gleichzeitig veröffentlichte er seine ersten beiden Bücher auf dem deutschen Markt. Er begann 2018 bei Valamis und ist verantwortlich für das Marketing in der DACH-Region. Anfang 2021 veröffentlichte er sein erstes Buch auf dem US-Markt für eine weltweite Leserschaft.