• Juli 03, 2019

Corporate Learning in den Alltag integrieren

Das betriebliche Lernen, Corporate Learning, ist für die meisten Unternehmen nichts Neues. Viele Global Player haben bereits die Vorteile erkannt und in die Verbesserung ihrer Lernprogramme investiert. Trotz dieser wachsenden Bemühungen fällt es vielen Unternehmen schwer, ihre Mitarbeiter davon zu überzeugen, die Lernangebote zu nutzen

So wie sich der Bedarf an Corporate Learning entwickelt hat, so haben sich auch die Softwarelösungen für diese Bedürfnisse entwickelt. Die Grundidee von Software-Lösungen für das Corporate Learning ist es, Lerninhalte zu organisieren und für die Lernenden zugänglich zu machen.

Mit modernen Learning Management Systemen (LMS) und Learning Experience Plattformen (LXP) gibt es anspruchsvolle Möglichkeiten, Inhaltsbibliotheken neben einem kognitiven Suchwerkzeug zu haben, das dem Lernenden die relevantesten und personalisiertesten Inhalte liefern kann. Dennoch verbessert sich das Engagement der Lernenden nicht so sehr, wie es sich die Unternehmen erhoffen.

Wie können Unternehmen also ihre Mitarbeiter zum Lernen motivieren? Fünftägige Seminare zweimal im Jahr sind in einigen Unternehmen nach wie vor Realität. Menschen wollen keine Dinge lernen, die sie nicht brauchen werden und die sich nicht auf ihre eigenen Rollen beziehen. Der Gedanke an Präsentationsfolien und einwöchige Seminare lässt die meisten Mitarbeiter innerlich gähnen.

Wie kann das Engagement verbessert werden?

  1. Der erste Schritt bei der Einbindung von Mitarbeitern in das Lernen besteht darin, zugängliche Lerninhalte zu erstellen, die ihren individuellen Bedürfnissen entsprechen. Die Lernenden brauchen auch Raum und die Erlaubnis zum Lernen, sowie Grenzen, die Unsicherheiten beseitigen und eine sichere Atmosphäre schaffen.
  2. Der zweite Schritt besteht darin, die Lernenden zu segmentieren und ihnen relevante Inhalte im richtigen Kontext zu empfehlen. Wenn die Mitarbeiter während des Arbeitstages lernen, muss das Lernen zu ihrem Zeitplan passen, und die Inhalte müssen z. B. über mobile Endgeräte zugänglich sein.
  3. Der dritte Schritt ist die Bereitstellung der richtigen Inhalte für die einzelnen Lernenden. Die Bereitstellung kann durch die Empfehlung der richtigen Inhalte mit Hilfe einer Recommendation-Engine und Push-Benachrichtigungen erfolgen, und im Idealfall werden die Lernkultur und die verwendeten Tools des Unternehmens die Nutzer dazu bewegen, am Ball zu bleiben und mehr zu lernen.

Das Top-Management vieler Unternehmen spielt eine wichtige Rolle beim Kommunizieren der Bedeutung des Lernens und der Ermutigung der gesamten Gemeinschaft, eine lernfördernde Kultur zu unterstützen, besonders zu Beginn des Veränderungsprozesses.

Das Internet hat unser Konsumverhalten verändert. Wir haben uns daran gewöhnt, personalisierte Empfehlungen zu erhalten. Alles ist nur ein paar Klicks entfernt. Es ist klar, dass sich dieses Verhalten auch auf den Arbeitsplatz auswirkt. Um die Menschen zum Lernen zu motivieren, müssen die Mittel zur Durchführung des Lernens modernisiert werden, um dem täglichen Konsum personalisierter Inhalte in der Gesellschaft gerecht zu werden und ihn zu übertreffen.

Ein Graph zum Problemlösungsprozess bei Mitarbeitern

Unternehmen müssen sich bewusst machen, dass Mitarbeiter am Arbeitsplatz ihre internen Kunden sind; Mitarbeiter kaufen sich in die Unternehmensmission ein und werden zu Aushängeschildern der Marke, wodurch mehr Talente angezogen werden. Und sie engagieren sich stärker für den Erwerb neuer Fähigkeiten, die wiederum das Unternehmen besser machen. Das Gefühl, dass die Inhalte personalisiert sind, ist der Schlüssel zum Engagement der Lernenden.

„Der Fokus liegt zu stark auf der Umsetzung und zu wenig auf dem, was wirklich zählt: der Lernende und was für ihn am besten funktioniert. Die Personalisierung von Elementen der Schulungen oder von Lerninhalten allein wird nicht die Beziehungen und das Engagement aufbauen, die dafür sorgen, dass die Mitarbeiter weiterlernen. Es gibt einen wichtigen Mentalitätswandel hin zu dem Gedanken, Lernen als eine kontinuierliche Erfahrung zu betrachten – nicht als einmalige Ereignisse oder eine einzelne Transaktion –, sondern als eine Mischung aus Möglichkeiten und Engagements über eine maßgeschneiderte Lernkurve, die Menschen mit der Zeit anspricht und entwickelt.“, erklärt David Wilson, CEO der Fosway Group.

Wie kann Personalisierung aussehen?

Dies erfordert, dass Unternehmen wirklich verstehen, wie, wo und wann Personen lernen. Einige Lerner ziehen ihre Smartphones heraus und suchen im Internet nach einer Antwort. Andere suchen nach weiterführenden Informationen zu einem allgemeinen Thema, und manchmal haben sie eine spezifische Frage im Kopf. In diesem Kontext ist ein 20-seitiger Artikel zu diesem Thema nicht ideal. Kleine, schnelle Informationspakete, die auf die genaue Frage abzielen, sind für den Lernenden besser geeignet.

Laut der Digital Learning Realities Research 2019 der Fosway Group ist das Engagement der Lernenden eines der wünschenswertesten Merkmale, um das Herangehen einer Organisation an das digitale Lernen zu verbessern. Die Personalisierung ist dabei ein Schlüsselfaktor, wobei fast 70 Prozent der über 800 L&E-Profis sie als wichtiges Feature bewerten.

Der Einzelne, sein Bedürfnis nach einer individuellen Lernerfahrung und die fallweise Bereitstellung von Teilen des Inhalts scheinen zunächst eine unmögliche Aufgabe zu sein, aber die KI ist ein großartiges Werkzeug, um dabei zu helfen.

Chatbots als Teil einer Lernlösung

Die Menschen gewöhnen sich auf verschiedenen Websites und sogar zu Hause an KI-Assistenten mit Geräten wie dem Google Assistant oder Amazon Echo. Laut Verto Analytics nutzten im Mai 2017 mehr als 90 Millionen US-Amerikaner (insgesamte monatliche „Unique User“) KI-gestützte persönliche Assistenten auf ihren Smartphones, und sie interagierten durchschnittlich 38 Mal im Monat mit ihren Assistenten.

Laut einer weiteren Studie des Radio Centre interagieren die Menschen in Großbritannien mehr als 167,75 Mal pro Monat mit Sprachassistenten (auf verschiedenen Geräten), was etwa 5,5 Interaktionen pro Tag entspricht.

Angesichts dieser Zahlen ist es nur eine Frage der Zeit, bis KI-Assistenten auch in Unternehmen erwartet werden. Eine Möglichkeit, die KI in Ihrem Unternehmen einzuführen, ist ein KI-gesteuerter Chatbot als Lernassistent. Er ist einfach in die Lernumgebung und die Kommunikationskanäle zu integrieren. Ein leicht zugänglicher Lernassistent kann mit den Lernenden kommunizieren und Antworten auf ihre Fragen geben. Auf diese Weise können sich die Lernenden besser in einer Lernumgebung orientieren und erhalten personalisierte Inhaltsempfehlungen.

Valamis-Screenshot inklusive Chatbot

Unternehmen können von Chatbots profitieren, die Onboarding, Mitarbeiterschulung, Compliance-Training und vieles mehr verbessern. Die Vorteile eines Chatbots gelten nicht nur für interne Zwecke – sie können auch bei Schulungen für Channel-Netzwerke, Partnernetzwerke, Reseller und Kunden genutzt werden.

Sie können in das Intranet oder Kommunikationskanäle wie Slack integriert werden, informieren die Mitarbeiter über neue Lernmaterialien, Richtlinien und Compliance-Vorschriften und helfen bei bestehenden Fragen.

Anbieter verbessern ihre KI ständig, indem sie die Erfolgsraten der Empfehlungen überprüfen. Auf diese Weise wird das Chatten mit einem Bot immer bequemer, und bald wird es sich so natürlich anfühlen wie das Gespräch mit einem menschlichen Kollegen. Angesichts der schnellen Entwicklung der Chatbots wird die KI im Handumdrehen zu einem wichtigen Bestandteil der täglichen Arbeit. Irgendwann wird sich ein Chatbot wie ein persönlicher Tutor verhalten.

Wie Sie KI in Ihrer Organisation implementieren und die Vorteile nutzen können, ist ein umfangreiches Thema. Es ist zu weitreichend, um in einem Post abgedeckt zu werden. Aus diesem Grund haben wir das neue Whitepaper „Der ultimative Leitfaden für KI im Corporate Learning“ verfasst. Es beantwortet die wichtigsten Fragen im Bezug auf KI und was es zu beachten gilt.

Über den Experten

Janne Hietala
Chief Visionary Officer
+358 40 831 42 45
Janne gründete sein erstes Unternehmen im Alter von 21. Er leitet die Commercial Operations des Unternehmens seit 2008 und kommerzialisiert finnische Lerntechnologie für den globalen Markt. Er ist verantwortlich für die kommerzielle Strategie in den Schlüsselbereichen Marketing, Vertrieb, Produktentwicklung und Service. Janne wurde zum Young Entrepreneur 2012 gewählt. Aktuell leitet er Valamis’ globales Vertriebsteam aus dem UK Unternehmensstandort im weltgrößten Fintech Zentrum, Level39, in London. Er beendet gerade das Executive MBA Programm an der London Business School.

Über den Experten

Kevin Groh
Marketing Specialist DACH
061153288680
Kevin ist ein deutscher Autor und Marketingspezialist mit elektrotechnischem Hintergrund. Als ausgebildeter Industriekaufmann wechselte Kevin während seines Studiums zum Wirtschaftsingenieur sehr schnell ins Marketing. Gleichzeitig veröffentlichte er seine ersten beiden Bücher auf dem deutschen Markt. Er begann 2018 bei Valamis und ist verantwortlich für das Marketing in der DACH-Region.