• Juli 09, 2018

Lessons learned während der Development Days: Dieses Unternehmen ist alles andere als „normal“

Ich bin auf dem Rückflug nach Boston aus dem finnischen Joensuu, dem Hauptsitz von Valamis. Zum ersten Mal habe ich an den Valamis „Dev Days“ teilgenommen.

Sinn und Zweck der Dev Days

Valamis fliegt für einige Tage der intensiven Einzel- und Teamentwicklung Mitarbeiter aus allen Standorten weltweit ein. Die perfekte Gelegenheit also, sich „organisch“ und in Echtzeit zu vernetzen und Teammitglieder zu treffen, die vielleicht 6.000 Kilometer entfernt in einer vollkommen anderen Zeitzone leben und arbeiten.

Mit Slack, Videochat, Social Media und anderen Kommunikationsmitteln lässt sich die Zusammenarbeit in weltweiten Teams durchaus organisieren, die Dev Days bieten jedoch die Gelegenheit, auch einmal über die geschäftlichen Themen hinaus miteinander ins Gespräch zu kommen. Bei den Dev Days kommen Kollegen und Teams persönlich zusammen, und in Workshops können Probleme gelöst und Lösungen optimiert werden.

Auf der Agenda

In diesem Jahr sprach CEO Jussi Hurskainen über die Unternehmensgeschichte, das Umfeld und das Fundament, auf dem Valamis gründet, sowie die Vision für die Zukunft. CCO Janne Hietala aus der Londoner Niederlassung erörterte das Thema Datenwissenschaft und regte dazu an, Gedanken über konkrete Anwendungsmöglichkeiten zu entwickeln. Design-Chef Jarmo Valmari hob die Bedeutung von Empathie und designorientiertem Denken hervor, und bei Gastredner Lauri Järvilehto, dem Chairman und Mitbegründer von Lightneer Inc., ging es um die Zukunft der Arbeit und die Motivation für lebensbegleitendes Lernen. Wie er es formulierte: „Das Leben des Menschen sollte vom Lernen ganz und gar durchdrungen sein“. Im Anschluss fanden die Team-Workshops statt, und der Abend klang mit einem Sommerfest aus.

„Der Blick zurück auf die ersten Jahre und Jussis Schilderung der vielen Hürden, die wir als Unternehmen genommen haben, um zu sein, wo wir jetzt sind – das von einem der Mitbegründer von Valamis zu hören, war ein echtes Erlebnis.  Aber noch spannender ist es, in welche Richtung wir heute gehen. Ich bin total begeistert, dabei zu sein!“
- Christopher Cameron, Director of Strategic Accounts, Boston, Valamis

Lesson learned: Dieses Unternehmen ist alles andere als „normal“

Unser CEO hat in seinem Rückblick auf den von großer Zähigkeit geprägten Weg von Valamis die „Lessons Learned“ der einzelnen Jahre absolut transparent dargestellt. Also wäre es doch vielleicht ganz passend, über eine eigene wichtige „Lesson Learned“ aus meinem ersten Jahr im Unternehmen und meinen ersten Dev Days zu berichten. Vermutet hatte ich es zwar schon vorher, aber die Dev Days haben meine Einschätzung bestätigt: Dieses Unternehmen ist alles andere als „normal“.

5 Gründe, warum Valamis alles andere als „normal“ ist

Grund Nr. 1: Es ist alles andere als normal, dass ein Unternehmen auf seine Mitarbeiter baut und in die Mitarbeiter investiert. Wie viele Unternehmen kennen Sie, die Mitarbeiter zur Personalentwicklung aus den USA nach Finnland anreisen lassen?

Grund Nr. 2: Es ist alles andere als normal, dass Business und Authentizität Hand in Hand gehen. Vielleicht liegt es daran, dass Valamis Wurzeln in Finnland und damit in einer Kultur hat, wo die Menschen ohne zu zögern die Wahrheit sagen, so schwierig es auch sein mag. Es ist nicht ganz einfach für ein Unternehmen, langfristig zu denken und die Menschen über den Gewinn zu stellen – in dem Wissen, dass Investitionen in die Mitarbeiter sich in Form von Produktivität, Leidenschaft und Engagement, Kunden- und Mitarbeitertreue bezahlt machen. Empfehlungsökonomie und Erlebnisökonomie haben ihren Höhepunkt erreicht. Nun wird meiner Meinung nach die Authentizität als weitere Facette zum Tragen kommen. Es ist nutzbringend und notwendig, die Mitarbeiter und Kunden an erster Stelle zu sehen. Von ihnen in die Pflicht genommen zu werden. Für Unternehmen muss der Mensch im Mittelpunkt stehen. Authentizität und Transparenz sind wesentlicher Teil des Erlebnisses.

Grund Nr. 3: Es ist alles andere als normal, dass ein Unternehmen agil ist. Dass Probleme behoben werden, bevor man zum Handeln gezwungen ist. Bei Valamis wird man gehört. Valamis ist stolz darauf, dass es innerhalb der Organisation keine Kommunikationsbarrieren gibt und Ideen – seien sie auch noch so verrückt – Wertschätzung erfahren. Valamis ist davon überzeugt, dass Bürokratie Agilität behindert. Tatsächlich ist mir noch nie ein so handlungsschnelles Unternehmen begegnet. In nur einem Jahr haben wir neue Prozesse, Software, Funktionen, Ideen und sogar einen neuen Namen implementiert. Bei Valamis werden Menschen eingestellt, an die man glaubt. Dieses Vertrauen ist der Motor für Innovationen.

Grund Nr. 4: Es ist alles andere als normal, dass man seine Arbeit liebt. Valamis hat eine Unternehmenskultur geschaffen, in der die Mitarbeiter eigenmotiviert nach Wissen streben. Es ist alles andere als normal, dass man einen Podcast empfiehlt und der Kollege sich in der Freizeit gleich mehrere Folgen anhört. Oder dass eine Kollegin sich einfach so die Technik des Schnelllesens aneignet. Oder dass das Unternehmen Ihnen einen Data-Science-Mentor zur Seite stellt. Oder dass eine Gruppe von Kollegen Bierbrau-Experten werden. Es ist alles andere als normal, dass Menschen ihre Freizeit dem Lernen widmen. Lebensbegleitendes und lebenslanges Lernen sind in der Unternehmenskultur und im Geschäftsmodell tief verwurzelt.

„Nach meinem allerersten Dev Day weiß ich genau, was die wertvollste Ressource von Valamis ist: die Menschen! Es ist ein Vergnügen, Wissen mit euch auszutauschen, mit euch zusammenzuarbeiten und Zeit mit euch zu verbringen. Ich freue mich schon auf die nächsten Treffen. Wir sind keine Finnen, Amerikaner oder Russen. Wir sind Weltbürger!“
- Alexey Efremov, Product Designer, Petrozavodsk, Valamis

Grund Nr. 5: Es ist ganz und gar nicht normal, dass ein Unternehmen Sisu hat. Sisu ist ein finnisches Wort – eines der wenigen, die ich überhaupt aussprechen kann. „Sisu kann in etwa als Willensstärke, Entschlossenheit, Beharrlichkeit und rationales Handeln in schwieriger Lage beschrieben werden. Sisu ist nicht der Moment des Muts, sondern die Fähigkeit, diesen Mut dauerhaft beizubehalten. Der Begriff ist nicht in seiner vollen Bedeutung übersetzbar. Er definiert das finnische Volk und den Charakter der Menschen. Er steht für die Haltung, zu tun, was getan werden muss – koste es, was es wolle. Also für Rückgrat, Mumm, Ausdauer, Schneid oder Tatkraft und Beharrlichkeit. Es handelt sich um einen Grad an Integrität, der es erlaubt, schwierige Zeiten mit fest auf das Ziel gerichtetem Blick durchzustehen.“ Der Vortrag unseres CEO hat sehr deutlich gemacht, dass es dem Sisu zu verdanken ist, dass das Unternehmen die Rezession überstanden hat und heute noch existiert.

Normalität wird überbewertet

Aus diesen 5 Hauptgründen (und unendlich vielen weiteren) lautet meine Lesson Learned der Dev Days: Dieses Unternehmen ist alles andere als normal, und genau diese Nicht-Normalität ist es, die uns voranbringt. Wie hieß es noch so schön in einer weltberühmten Werbekampagne?

„An alle, die anders denken: Die Rebellen, die Idealisten, die Visionäre, die Querdenker, die, die sich in kein Schema pressen lassen, die, die Dinge anders sehen. Sie beugen sich keinen Regeln, Und sie haben keinen Respekt vor dem Status Quo. Wir können sie zitieren, ihnen widersprechen, sie bewundern oder ablehnen. Das einzige, was wir nicht können, ist sie zu ignorieren, weil sie Dinge verändern, weil sie die Menschheit weiterbringen. Und während einige sie für verrückt halten, sehen wir in ihnen Genies. Denn die, die verrückt genug sind zu denken, sie könnten die Welt verändern, sind die, die es tun.“
- Rob Siltanen

Pictures: Jyri Keronen

Über den Experten

Katy Roby
Marketing Manager, North America