• Juli 25, 2018

Fünf Schlüsselmerkmale einer Learning Experience Plattform

Gastbeitrag von Janet Clarey, Lead Advisor, Technology & Analytics, Bersin, Deloitte Consulting LLP über die fünf Schlüsselmerkmale einer Learning Experience Plattform & Was Organisationen bei der Beurteilung von Lösungsanbietern beachten sollten

Learning Experience Plattformen1 (LXPs) - ein wachsendes Segment auf dem Markt für Anbieter von Lernlösungen - haben seit ihrem Erscheinen Mitte der 2010er Jahre eine willkommene Veränderung auf dem Markt für Lerntechnologie angestoßen. Sie haben sich einen Anteil an diesem Markt aus gutem Grund verdient: Sie helfen Organisationen, mehrere existierende Probleme mit Learning Management Systemen (LMS) zu lösen, darunter Integrationsprobleme, unzureichend verwendete Inhalte, ineffiziente Suchmechanismen und ein Mangel an brauchbaren Kennzahlen.

In unserer jüngsten Untersuchung über den Aufstieg von LXPs konnten wir fünf Schlüsselmerkmale von Learning Experience Plattformen identifizieren.

1. Inhalte

Bei der Beurteilung einer LXP sollte eine Organisation als erstes prüfen, ob ihre Inhaltsressourcen angemessen auf die Content-Gesamtstrategie der Organisation abgestimmt sind; zumindest aber sollten die Inhaltsangebote der Organisation und die anvisierten Nutzer der Plattform aufeinander abgestimmt sein. Als nächstes sollten sich Unternehmen darauf konzentrieren, wie die LXP die Leistung der Mitarbeiter in ihren aktuellen Rollen verbessern kann. Zu diesem Zweck sollten Unternehmen die folgenden drei Funktionen zur Inhaltsverarbeitung berücksichtigen:

  • Kuration ist die Identifizierung, Verdichtung, Destillation und Organisation von Inhalten aus verschiedenen Quellen. Bei der Beurteilung der Kurationsfunktionen einer LXP sollten Organisationen auf Funktionen achten, die es Mitarbeitern erlauben, eine Vielfalt von Präferenzen zu setzen, Inhalte zu markieren, Fertigkeiten und Kompetenzen zu prüfen und Inhalte zu suchen, zu teilen und zu empfehlen (entweder integriert oder als Add-on von Drittanbietern).
  • Kontextualisierung ist die Kunst und Wissenschaft, die richtigen Inhalte im richtigen Format zum Lernen, zur Entwicklung und zur Leistungssteigerung zum richtigen Zeitpunkt bereitzustellen. Eine Art, wie LXPs Inhalte kontextualisieren, ist die Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI). Beispielsweise verwenden einige Plattformen Chatbots, um basierend auf den Handlungen des Nutzers Inhalte zu empfehlen. Bei der Bewertung der Funktionen zur Kontextualisierung einer LXP sollten Organisationen darauf achten, aus welcher Tiefe relevante Inhalte aus verschiedenen Quellen angeboten werden können.
  • Kreationsfunktionen einer LXP ermöglichen Nutzern, Inhalte „on the fly“ zu erstellen. Das ist eine wichtige Funktion, bedenkt man die sinkende Lebensdauer von Wissen und Fertigkeiten, die eine höhere Geschwindigkeit in allen Lernprozessen erforderlich macht. Wenn Organisationen den Funktionsumfang der Inhaltserstellung bewerten, sollten sie auf Funktionalitäten achten, die es Mitarbeitern erlauben, Wissen zu entdecken und zu teilen, einfach nach Inhalten zu suchen, sich auszutauschen und im Rahmen ihrer Tätigkeit auf Inhalte zuzugreifen, die aus verschiedenen Quellen zusammengestellt wurden, und diese zu organisieren.

2. Integration

Ein Hauptvorteil von LXPs ist es, Benutzern Zugang zu verschiedenen Technologien über einen einzigen Touchpoint zu ermöglichen. API Service erlaubt es Organisationen, Dinge wie optimiertes Lernen, E-Commerce Angebote, Content Management, Zugang zu kommerziellen Inhalten von Drittanbietern und die Verbindung von Business Applikationen umzusetzen. Anbieter von LXP-Lösungen bauen ihre APIs typischerweise um ihre Kernfunktionen herum, wodurch die Plattformen nicht unbedingt alle Use Cases eines Unternehmens abdecken können.

3. Soziale Interaktion

Mit zunehmender Einbindung des Lernens in die tägliche Arbeit wird es immer wichtiger, Mitarbeitern zu ermöglichen, direkt von anderen (innerhalb und außerhalb der Organisation) zu lernen. Zu diesem Zweck sollten LXPs Funktionen haben, mit denen Nutzer kollaborieren, sich vernetzen und sich untereinander sowie mit Experten verbinden können. Der Vorteil einer LXP, das Mitarbeiterengagement, Teambuilding und soziale Interaktionen zu stärken, gehört zu ihren wertvollsten Eigenschaften.

4. Design für die Nutzererfahrung

In Design Thinking ausgebildete Learning Professionals versuchen die Art, wie Menschen mit Technologie interagieren, zu verstehen und zu verbessern. LXPs unterstützen diese Bemühungen mit Funktionen wie Mobile Experience und Unterstützung von Lern- und beruflichen Laufbahnen. Dies wird häufig durch die Nutzung von Wiedergabelisten, Kanälen und Lernpfaden erreicht.

  • Mobil: Die LXP-Anbieter, mit denen wir im Gespräch waren, erkennen alle den Aufstieg der mobilen Endgeräte - und sie haben ihre Lösungen für die mobile Nutzung optimiert und designed (oder redesigned). Entsprechend sollten Organisationen bei der Suche nach einer LXP darauf achten, wie gut dieses Ziel erreicht wurde, indem sie sich auf einzelne Komponenten wie Calls-To-Action, die Darstellung der Inhalte mit dem User Interface, das visuelle Layout und die Navigation konzentrieren.
  • Lern- und Berufslaufbahnen: HR und L&D Führungskräfte geben an, dass sie die Nutzung von Technologie verbessern müssen, um Mitarbeitern bessere Sichtbarkeit, Auffindbarkeit und Transparenz von Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. LXPs unterstützen diese Aufgabe, indem sie Mitarbeitern erlauben, personalisierte Lern- und Karrierepfade anzulegen, ihr Fachwissen zu teilen und Erfahrungen basierend auf ihren Interessen und Vorlieben zu sammeln. Angewendet geben sie Mitarbeitern die Kontrolle über ihr Lernen und ihre Karriere.

5. Datenanalyse

Funktionen für Business Intelligence und Analytics sind essentiell für L&D, um Geschäftskennzahlen zu überwachen und fundierte Entscheidungen zu treffen, die die Entwicklung einer lernenden Organisation unterstützen. Organisationen können mit Hilfe von LXPs viele Arten von Daten sammeln, darunter Indikatoren für die Leistungsverbesserung, kulturelle Daten, Karriere- und Personalentwicklungsdaten, Mitarbeiter-Feedback, Reports zu Aktivitäten und Inhaltsnutzung, Geschäftskennzahlen und den Wert des Programms, Engagement und Teamdaten wie Kompetenzen, Fertigkeiten und Zusammenfassungen über die Expertise auf individueller und auf Organisationsebene. Wir erwarten, dass die Funktionen zur Datenanalyse von LXPs künftig noch verfeinert werden, um potenzielle Qualifikationslücken, Verknüpfungen mit der Geschäftsausrichtung und Talent-Schwachstellen zu identifizieren.

Zusammenfassung

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Technologie Organisationen eine effektive Möglichkeit bietet, das Mitarbeiterengagement zu erhöhen, indem sie die Nutzererfahrung mit einer Marke in ihren HR und Lernbereichen widerspiegelt. LXPs haben fünf Schlüsselfunktionen, die es für Organisationen bei der Auswahl oder einem Upgrade zu beachten gilt: Inhalt, Integration, soziale Interaktion, Design der Nutzererfahrung und Datenanalyse. Eine LXP in die bestehenden übergeordneten Lernstrategien und Ökosysteme zu integrieren, kann Organisationen bei der Lösung langfristiger Probleme helfen, wie z.B. ungleiche Systeme, unzureichend genutzte Inhalte, ineffiziente Suchmechanismen und ein Mangel an brauchbaren Kennzahlen. Aus all diesen und noch mehr Gründen haben LXPs sich ihren Platz in der fortschreitenden HR-Technologie verdient, weil sie anstelle von simplem Management von Personen, Events und Inhalten, die Weiterbildung in der digitalen Welt menschlich machen.


1Lösungen in diesem Marktsegment haben viele Formen (z.B. LMS, LXP, CMS) und haben viele Namen, darunter Intelligente Lernplattformen, Learning Engagement Plattformen, Enterprise Learning Portale, Aggregation Plattformen, Curation Plattformen, Content Management Systeme, Microlearning Plattformen, Knowledge Management Plattformen und Talent Management Plattformen.

Über den Experten

Janet Clarey
Janet Clarey, Lead Advisor, Technology & Analytics, Bersin, Deloitte Consulting LLP
Janet ist Lead Advisor für Analytics und Technology. In dieser Rolle tut sie sich gern mit Mitgliedern zusammen, um Bersin’s beweisbasierte wissenschaftliche Ergebnisse anzuwenden und darzustellen und dadurch Einblicke in die führenden Praktiken einer Vielzahl von Unternehmen zu gewähren. Janet hilft Mitgliedern außerdem, die Anbieterlandschaft von HR-Technologie und Tools für Lernen, Karrieremanagement, Talentmanagement, Leistungsmanagement und Coaching zu verstehen und sich zurechtzufinden. Janet hat mehr als 10 Jahre Erfahrung im Bereich des Lernens und der Weiterentwicklung und auch mehr als 10 Jahre Erfahrung als Forscherin und als Analystin für die Lerntechnologie-Industrie sowohl bei Bersin, als auch bei Brandon Hall Research. Bevor sie zu Bersin kam, war Janet Vice President bei The eLearning Guild, wo sie für die Akademie, Publikationen und Forschung verantwortlich war.
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Dieses Whitepaper untersucht Lernmethoden und den analytischen Rahmen, um umsetzungsorientierte Kennzahlen zur Erreichung von Geschäftszielen zu entwickeln.